Bedřich Smetana ist der Gründungsvater der tschechischen Musik. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Oper dominiert von den Werken deutscher und italienischer Meister und wurde entsprechend auch in diesen Sprachen aufgeführt. Smetanas Durchbruch war es, Werke in seiner Muttersprache zu komponieren, zur selben Zeit, als sich in seinem Land das Bewusstsein für die eigene Nation zu etablieren begann.
Die verkaufte Braut ist wahrscheinlich Smetanas beliebteste Oper und sicherlich eine seiner reizvollsten. Im Zentrum des Dramas steht die Figur von Mařenka, die gegen ihren Willen mit Vašek verheiratet werden soll, dem Sohn eines reichen örtlichen Landbesitzers. Sie liebt eigentlich einen anderen Mann, Jeník, doch Jeník ist leider völlig mittellos. Jeník trickst den Ehestifter Kecal aus und bringt ihm dazu, ihn zu bezahlen, wenn er Mařenka abweist, doch später deckt Jeník ein lange vergessenes Geheimnis auf, welches ihn zur rechtmäßigen Person macht, um Mařenkas Hand anzuhalten.
Die verkaufte Braut spielt vor dem Hintergrund des Dorflebens mit Charakteren, die für das tschechische Publikum sofortigen Wiedererkennungswert hatten, als das Werk am Provisional Theatre; Teil des Nationaltheaters, dem Spielort dieser Produktion, im Jahr 1866 Premiere hatte.
Obwohl die Oper unverkennbar folkloristisch erscheint, integrierte Smetana keine spezifische Volksweisen in die Musik. Seine größte Errungenschaft war es, die natürlichen Rhythmen des tschechischen Tanzes so zu interpretieren, dass die dörfliche Welt, die er darstellen wollte, umso glaubwürdiger erscheint.
Seine Rolle als musikalischer Direktor des Nationaltheaters, verbunden mit seiner Kenntnis der westlichen Musiktraditionen (Liszt war ein enger Freund, dessen Einfluss man in Smetanas symphonischer Poesie deutlich spüren kann) brachte Smetana in eine hervorragende Lage, um Musik zu schreiben, die sowohl grundlegend tschechisch in ihrer Art, als auch für ein internationales Publikum einfach zugänglich ist.