Die Csárdásfürstin, E. Kálmán

Die Csárdásfürstin, E. Kálmán

Emmerich Kálmán war gemeinsam mit seinem ungarischen Landsmann Franz Lehár für die zweite Blütezeit der Wiener Operette in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verantwortlich. Obwohl Die Csárdásfürstin einen unverzichtbaren Beitrag zum sogenannten silbernen Zeitalter des Genres leistete, ging sie mit der Moral jener Zeit nicht konform.

Bei der Premiere am 17. November 1915 im Johann Strauss Theater in Wien, war Kálmán für eine Art Skandal verantwortlich, indem er Komödie mit politischem Kommentar verband, um die Gebaren der Aristokratie zu verspotten, zu einer Zeit, als die soziale Ordnung auseinandergerissen wurde. Der Erste Weltkrieg tobte seit weit über einem Jahr und Europa war in Aufruhr.

Das Starlet Sylva Varescu spielt ihre letzte Show im Orpheum-Kabarett-Theater, bevor es nach Amerika geht. Edwin, der Prinz von Lippert-Weylersheim, hat sich in die Sängerin verliebt, aber seine Eltern werden einfach keine Verbindung zwischen ihrem Sohn und einer Frau, die so weit unter ihm in der Gesellschaft steht, zulassen. Als Sylva erfährt, dass Edwin verlobt ist und mit der Gräfin Anastasia verheiratet werden soll, macht sie sich mit Boni, einem Schirmherrn des Theaters, auf den Weg in die Vereinigten Staaten.

Bei ihrer Rückkehr gibt sie vor, Bonis Frau zu sein, als sie eine Feierlichkeit besucht, die organisiert wurde, um Edwins Verlobung mit der Gräfin offiziell zu verkünden. Ironischerweise würde sie nun als akzeptable Partnerin für Edwin gelten, sollte sie sich von Boni scheiden lassen. Sylva kann derartige Heuchelei nicht ertragen und lehnt den Vorschlag ab; Edwin solle sie als die akzeptieren, die sie ist oder gar nicht. Als sich herausstellt, dass Edwins Mutter selbst einmal Entertainerin war, ist Kálmáns Einbildung vollkommen, als Edwins Vater seinen Stolz herunterschluckt und akzeptiert, dass seine Schwiegertochter schließlich eine Zigeunerprinzessin sein wird.

Kálmán gibt eine faszinierende Gestalt ab: Er war ein Komponist, der sowohl in Deutschland als auch in Russland Anklang gefunden hat, als Europa in Aufruhr war; seine Musik wurde in beiden Ländern bewundert. Obwohl ihm die deutsche Regierung kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs einen sicheren Zufluchtsort anbot, entschied er sich dazu, in die USA auszuwandern. Später wurden seine Werke in Deutschland zur Zeit des Krieges verboten, was jedoch seine Popularität in Russland nicht beeinträchtigte. Die Csárdásfürstin wurde für das russische Kino adaptiert und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Filme der Sowjetzeit.

Nun kehrt Kálmáns herrliche Satire auf die Oberschicht in die österreichische Hauptstadt an der Volksoper Wien zurück.

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