Lucia di Lammermoor, G. Donizetti

Lucia di Lammermoor, G. Donizetti

Gaetano Donizetti wird oft als lebende Brücke zwischen den beiden Opernepochen von Rossini und Verdi angesehen. Er kombiniert eine Meisterschaft des Belcanto mit einem ausgeprägten Gefühl für Komik und Dramatik. Gönner der Wiener Staatsoper haben die Chance, in dieser Spielzeit eines der tragischen Meisterwerke von Donizetti zu sehen, die unvergessliche und unnachahmliche Lucia di Lammermoor.

Die Oper wurde in Rekordzeit komponiert, da Donizetti einen Vertrag mit den Königlichen Theatern von Neapel abgeschlossen hatte. Der Komponist beauftragte den Librettisten Salvatore Cammarano, der sich an Sir Walter Scotts klassisches Melodram The Bride of Lammermoor orientierte und daraus eine der am meisten ausgeklügelten und unglaublichsten Handlungen der Oper errichtete.

Lucia und Edgardo sind Liebende aus zwei gegnerischen schottischen Adelsfamilien. Lucias Bruder Enrico lässt sie glauben, Edgardo sei untreu gewesen, und drängt sie in die Ehe mit Arturo.

Die junge Frau ist durch den angeblichen Verrat so am Boden zerstört, dass sie langsam den Verstand verliert, was eine Reihe von Morden und Selbstmorden auslöst, die das Melodrama auf eine ganz neue Ebene heben.

Während die Handlung mit ihren überbordenden dramatischen Possen ans Lächerliche grenzt, hebt Donizettis vollblütige, inspirierte und intensive Partitur die gesamte Oper in die Höhe. Selbstverständlich machte die Uraufführung am 26. September 1835 im Teatro di San Carlo in Neapel das Werk zu einem sofortigen Klassiker.

Aufgrund des Zeitdrucks komponierte Donizetti unter Berücksichtigung der jeweiligen Fähigkeiten der Darsteller der San-Carlo-Besetzung. Er gestaltete die Rolle der Lucia speziell für Fanny Tacchinardi Persiani, eine hochtechnische Sopranistin, deren nicht von dieser Welt scheinenden Gesangsdarbietungen, insbesondere während der berühmten 'Wahnsinnsarie', in der ihr Charakter dem Wahnsinn verfällt, den Ruf der Oper festigten.

Diese zentrale Szene zeigt zudem Donizettis Beherrschung der musikalischen Charakterisierung: Viele von Lucias Melodielinien sind Zitate aus früheren Akten, die der Komponist absichtlich zerreißt, um den mentalen Zusammenbruch der Figur zu vermitteln. Das Ergebnis ist beeindruckend und unheimlich.

Neben dramatischen Solo-Spots schrieb Donizetti auch kraftvolle Ensemble-Nummern wie das Sextett „Chi mi frena in tal momento“ („Wer bremst mich in diesem Moment“), das die ungezügelten emotionalen Konflikte innerhalb der Familie Lammermoor entfachen lässt.

Die Schnelligkeit, das Talent und die Inspiration, mit der Gaetano Donizetti Scotts melodramatische Braut von Lammermoor zu einer der klassischen Tragödien der Oper gemacht hat, ist bis heute erstaunlich. Dieses Opernwunder wird nun auf der Bühne der Wiener Staatsoper zu neuem Leben erweckt.

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