Schwanensee, P. I. Tchaikowski

Schwanensee, P. I. Tchaikowski

Noch mehr als jede andere Schöpfung ihres Genres, zaubert die Erwähnung des Titels Schwanensee all jenes vor unser geistiges Auge, was Ballett wahrlich ausmacht: die transformierende Kraft des Tanzes, die Menschen in etwas verändert, das nicht von dieser Welt ist; die pure Definition der Fantasie.

Prinz Siegfried kommt in das Alter, in dem er sich eine Braut wählen muss. Aber die, die er sich aussucht, ist in einem Fluch gefangen: jeden Tag muss sich Odette in einen schönen weißen Schwan verwandeln. Der Prinz wird davor gewarnt, dass, wenn er den dafür verantwortlichen Zauberer tötet, er nie wieder in der Lage sein wird, den Bann zu brechen. Auf dem Ball seiner Geburtstagsfeier überlistet der Zauberer Rotbart den Prinzen, sich in seine eigene Tochter Odile zu verlieben, das Spiegelbild der Frau, die er nun liebt.

Erstmalig inszeniert vom Bolschoi-Theater, in einer von Julius Reisinger geschaffenen Version, die sich von der heutzutage gezeigten deutlich unterscheidet (zum Beispiel Odettes Fähigkeit, sich in einen Schwan zu verwandeln, ist ein ihr vom eigenen Großvater verliehener Schutz und kein ihr von Rotbart auferlegter Fluch), wurde Schwanensee am 4. März 1877 in Moskau uraufgeführt. Durch den Tod seines Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski konnten Marius Petipa und Lew Iwanow Schwanensee nach ihrer Vorstellung wiederbeleben, das viel näher an der heutigen Erzählung liegt und die vom russischen Kaiserlichen Ballett in Sankt Petersburg am 27. Januar 1895 uraufgeführt wurde.

Im Laufe der nächsten 69 Jahre gab es an dem Werk viele Änderungen, einschließlich, während der Sowjetzeit, das Beharren der Behörden auf einem glücklichen Ende von Schwanensee. Dann kam Rudolf Nurejew.

Der einmalige Tänzer und Choreograph erschuf seine Version von Schwanensee zuerst für das Wiener Staatsopernballett. Bei seiner Premiere am 15. Oktober 1964 war die Reaktion auf seine Darstellung und die seiner Tanzpartnerin Margot Fonteyn derart überragend, dass sie neunundachtzig mal zu Beifallsstürmen des Publikums zurück auf die Bühne gerufen wurden.

Nurejew hatte dem Ballett seine Spuren eingeprägt, indem er Siegfrieds Rolle mit der von Odette auf die gleiche Stufe erhob, doch wie es für Nurejew typisch war, hörte er dort nicht auf. Als Direktor des Pariser Opéra Ballet schuf er etwa zwanzig Jahre später ein völlig neues Szenario für Schwanensee. Uraufgeführt im Palais Garnier am 20. Dezember 1984 ist alles Geschehen als Traum arrangiert, als ein Spiegelbild der Ängste des Prinzen, wenn er sich auf die Reise des Jugendlichen zum Erwachsenen begibt, womit Schwanensee sich vom Stück über einen Entwicklungsabschnitt hin zu einer faszinierenden Entdeckungsreise in das Reich des Unterbewussten verändert.

Nurejews Schwanensee kehrt nun an die Wiener Staatsoper zurück, an die Stelle seines ersten Triumphs, im Land seiner künftigen Wahlheimat.

Tickets bestellen:

Für Ihre Kartenreservierung gehen Sie bitte zum Spielplan und wählen Sie Ihr Wunschdatum!




Ihre Bestellung
Keine Reservierungen gefunden.
Schnellsuche